09.06.2020
Aus „ Neuner-Areal“ in Ebensfeld soll "Bürgerhaus" werden-Keine demokratische Abstimmung bei der Wahl der weiteren Bürgermeister
Im Vorfeld zur Mai Sitzung des Marktgemeinderates hielt die Fraktion der Freien Wähler ihre erste Fraktionssitzung in der neuen Legislaturperiode ab. Christian Böhmer, der neue ernannte Sprecher der Fraktion aus Freie Wähler Ebensfeld, Freie Wähler Kehlbachgrund und Junge Wähler, lud hierzu ins Feuerwehrhaus Ebensfeld ein.
Noch vor der Besprechung der aktuellen Themen des Gemeinderats ließen die Fraktionsmitglieder die vergangenen Wochen Revue passieren. Neben den Veränderungen die jeder Bürger alltäglich durch die anhaltende Pandemie erfährt, thematisierten die Fraktionsmitglieder auch den schnellen Erwerb des Anwesens „Neuner“. Heinrich Kunzelmann wies darauf hin: „Jetzt hat es die Gemeinde gekauft, jetzt müssen wir sehen, dass wir zumindest etwas, für die Allgemeinheit Vernünftiges, daraus machen“. Um das erworbene Anwesen einem Nutzen zuzuführen, die allen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Ebensfeld zugutekommt, sollte nach Auffassung der FW-Fraktion beispielsweise die Entwicklung eines Bürgerhauses durch die Gemeinde geprüft und in Erwägung gezogen werden. Als kulturelles Zentrum der Marktgemeinde könnte das für den Innerortsbereich von Ebensfeld wertvolle und schützenswerte Ensemble hierfür entsprechend umgestaltet und saniert werden. Die Schaffung von Proberäumen für die Ebensfelder Blasmusik, die Errichtung einer Freilichtbühne für Theater und Veranstaltungen, eine Wiederbelebung der historischen Kommunbrauerei zu Tourismuszwecken oder eine Begegnungsstätte für Jung und Alt sind nur einige Ausschnitte der Ideen, die seitens der FW-Fraktion entwickelt wurden. Mit Blick auf die möglichen positiven Effekte, die durch entsprechende und finanzierbare Realisierungen sowohl für die Gastronomie und den Einzelhandel aber auch für die gesamte Gemeinde Ebensfeld als Tourismusregion zu erwarten sind, erschien den Fraktionsmitgliedern die Entwicklung eines Bürgerhaus als die sinnhaftigste Nutzungsmöglichkeit. Sebastian Rauh betonte noch einmal: „Von einem Bürgerhaus würde zumindest die gesamte Gemeinde Ebensfeld profitieren können.“
Ein weiterer Punkt der den Markgemeinderäten der Freien und Jungen Wähler sichtlich auf dem Magen schlug, war die Wahl der weiteren Bürgermeister. Franz Böhmer, selbst ehemaliger dritter Bürgermeister, wies kritisch an: „Schaut nach Redwitz, da wird Demokratie gelebt!“. Kritisch ergänzte er, an die Fraktion der CSU/Junge Bürger gerichtet, „Warum können wir in Ebensfeld das nicht?“ Sein Unverständnis über das Taktieren bei der Wahl der weiteren Bürgermeister zeigte auch sein Fraktionskollege Sebastian Rauh. Wie bereits in der konstituierenden Sitzung wies Rauh darauf hin, dass die Wahl der weiteren Bürgermeister ein Abbild des Gemeinderats und somit des Wählerwillens sein sollten. Die Wahl des zweiten Bürgermeisters aus den Reihen der Fraktion der CSU/Junge Bürger war für Rauh die logische Schlussfolgerung der Ergebnisse der Gemeinderatswahl. Die Besetzung auch des dritten Bürgermeisters durch die CSU/JB jedoch nicht. Rauh stellte fest: „Die Möglichkeit bereits auf kommunaler Ebene ein Zeichen für Demokratie und Meinungsvielfalt zu setzen, wurde somit verwehrt“. Christian Böhmer, der selbst als zweiter Bürgermeister zur Wahl stand, leitete schließlich in die Themen der kommenden Gemeinderatssitzung über. Auf der Tagesordnung standen hierbei vor allem die Baugebiete in Prächting und Kleukheim, sowie die Aufstellung eines Bebauungsplanes für eine Freilandphotovoltaikanlage in Eggenbach/Freiberg. Weiterhin wurde auch die Genehmigung des Haushaltsplans 2020 durch das Landratsamt Lichtenfels besprochen. Am Ende der Fraktionssitzung äußerte der Fraktionssprecher Christian Böhmer noch die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit auch wieder öffentliche Fraktionssitzungen abgehalten werden können.